Literatur von der Ostseeküste — dunkel, authentisch, unvergesslich
Ostsee Noir — Geschichten von der Nachsaisonküste
21 Kurzgeschichten. Die Ostseeküste im November. DDR-Vergangenheit. Wendungen wie Sturmböen.
Zwei Stimmen, eine Küste, unzählige Geschichten.
Veröffentlicht
„Die Küste hat ihn nie losgelassen.“
Karl Heinrich Wulf wird auf Rügen geboren. Die Ostseeküste, die Wälder, der Kreidestaub, der Geruch nach Tang und Teer — das sind die ersten Bilder seines Lebens. Eine Welt, die er nie vergessen wird.
Nach dem Krieg bleibt er, wo er hingehört: an der Küste, die zur DDR wird. Hafen, Kutter, Fischzüge, ein Sohn, ein unauffälliges Leben. Und jeden Morgen, ehe der Tag beginnt: er schreibt. Immer schreibt er.
Vier Jahrzehnte lang, an derselben Küste, schreibt Karl Heinrich Wulf jeden Morgen. Über die DDR und ihre Menschen, über die kleinen Stranddörfer, über November, Nebel und Stille. Seine Geschichten passen in kein Verlagsprogramm. Manuskripte häufen sich — kein einziges erscheint.
Am Schreibtisch in seinem Haus auf Rügen stirbt Karl Heinrich Wulf im Alter von 98 Jahren. Ohne zu Lebzeiten ein Buch veröffentlicht zu haben. Ein Koffer voller Manuskripte bleibt zurück.
Hendrik Wulf, Enkel, Rügen-geboren und geblieben, öffnet den Koffer. Er findet Hunderte von dicht beschriebenen Seiten — Geschichten, von denen er nie gewusst hat — von dem Großvater, mit dem er aufgewachsen war und den er doch nicht kannte. Er beginnt zu lesen und versteht: diese Stimme muss gehört werden.
Kalte Küste ist das erste Buch, das Hendrik aus dem Nachlass seines Großvaters herausgibt. 21 Kurzgeschichten. Atmosphärisch, dunkel, unvergesslich. Weitere Bände folgen.
Karl Heinrich Wulf hat Rügen nie verlassen — kein einziges Mal in achtundneunzig Jahren. Und doch sah kaum jemand, was er sah — auf jeder Seite, die er schrieb, ist die Küste des Nordens. Das Salz. Der November. Die Stille nach dem Sturm.
Sein Enkel Hendrik bringt diese Stimme jetzt nach Hause.